„Licht im Schacht“ erzählt 600 Jahre Knappschaftsgeschichte
Sonderausstellung "Licht im Schacht - Die KNAPPSCHAFT 600 Jahre in Freiberg"
Wie viel Solidarität steckt eigentlich in unserem heutigen Sozialsystem? Eine Antwort darauf gibt die Sonderausstellung „Licht im Schacht. Die KNAPPSCHAFT – 600 Jahre in Freiberg“ ab 20. Juni 2026 im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg. Sie erzählt von harter Arbeit unter Tage, von Gefahr und Zusammenhalt – und davon, wie aus gegenseitiger Hilfe der Bergleute eines der ältesten sozialen Sicherungssysteme der Welt entstand.
Freiberg ist dabei kein zufällig gewählter Ort. Bereits 1426 wurde hier erstmals der Begriff „Knappschaft“ urkundlich erwähnt. Die Ausstellung spannt den Bogen von den mittelalterlichen Ursprüngen der Knappschaft bis zu ihrer heutigen Bedeutung in Europa und zeigt eindrucksvoll, wie sehr die Idee von Solidarität unsere Gesellschaft bis heute prägt.
Die Sonderausstellung ist für die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (DRV KBS) weit mehr als ein historischer Rückblick. „Die Ausstellung schlägt eine Brücke zwischen bergmännischer Tradition und heutiger sozialer Verantwortung“, sagt Thorsten Zöfeld, Leiter der KBS-Regionaldirektion Chemnitz. „Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt immer wichtiger wird, lohnt sich der Blick auf die Wurzeln unseres Solidarsystems.“
Auf rund 155 Quadratmetern treffen außergewöhnliche Exponate auf moderne Inszenierungen, interaktive Elemente und persönliche Geschichten. Dabei rückt die Ausstellung bewusst jene sozialgeschichtlichen Aspekte in den Mittelpunkt, die im Bergbau oft weniger sichtbar waren: Fürsorge, Absicherung und Gemeinschaft. Denn lange bevor es moderne Sozialversicherungen gab, organisierten sich Bergleute bereits selbst gegen Krankheit, Unfall und Not.
„Die Ausstellung macht sichtbar, dass soziale Sicherheit keine Selbstverständlichkeit ist, sondern das Ergebnis jahrhundertelang gelebter Verantwortung füreinander“, so Zöfeld. „Dass diese Geschichte nun in Freiberg wissenschaftlich aufgearbeitet und öffentlich erlebbar gemacht wird, ist ein starkes Zeichen für die Bedeutung unseres Solidarsystems – damals wie heute.“
Begleitet wird die Sonderausstellung, die bis zum 2. Februar 2027 zu sehen ist, von Führungen, Vorträgen sowie Bildungsangeboten für Schulen, Familien und interessierte Gruppen.
Auch wissenschaftlich wird das Thema vertieft: Am Samstag, 20. Juni 2026, beleuchtet das montanhistorische Kolloquium an der TU Bergakademie Freiberg die Geschichte der Knappschaft sowie ihre gesellschaftliche Bedeutung aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Veranstaltung findet im Krüger-Hörsaal der Universität, Prüferstraße 4, statt. Das vollständige Programm des Kolloquiums steht hier zur Verfügung.
Eine verbindliche Anmeldung bis 12. Juni 2026 ist unter: www.freiberg.de/kolloquium erforderlich.
Zu den Partnern der Ausstellung zählen neben der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, Regionaldirektion Chemnitz, auch das Bergbau- und Gotikmuseum Leogang sowie das EISENREICH Bergbaumuseum Achthal.